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Das Blog der Hamburger Volkshochschule

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Erstorientierungskurse für Asylbewerber/innen

Praktisch und lebensnah

Die Hamburger Volkshochschule führt neben anderen Trägern in Hamburg vom 1. August 2017 bis 31. Juli 2018 Erstorientierungskurse durch, die durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert werden. Die Kurse sollen Asylbewerberinnen und -bewerbern Wissen und Deutschkenntnisse vermitteln, die sie benötigen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Nachdem das Angebot bereits von August 2016 bis Juni 2017 in nahezu allen Bundesländern im Rahmen eines Modellprojekts erprobt wurde, weitet das BAMF es nun bundesweit aus: Für das Jahr 2017 stehen 40 Millionen Euro an Mitteln des Bundesministeriums des Innern zur Verfügung um bundesweit entsprechende Kurse zu realisieren.

© jarmoluk – Pixabay

Die Erstorientierungskurse richten sich in erster Linie an Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive, die keinen Zugang zu einem Integrationskurs haben, aber auch nicht aus einem sicheren Herkunftsland stammen.

„Mit den Erstorientierungskursen geben wir den Menschen nun von Anfang an wichtige Informationen an die Hand, die ihnen helfen, sich selbstständig im Alltag zurechtzufinden“, so Ralph Tiesler, Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Für Hamburg sind insgesamt 63 Kurse vorgesehen, die von verschiedenen Trägerverbunden angeboten werden. Die Volkshochschule bildet dabei einen Trägerverbund mit „Interkulturelle Bildung Hamburg e.V.“, „Estudio Espaniol“ und „Bilim Integrationskurse“. Gemeinsam werden 24 Kurse realisiert. „Mit diesem Programm positioniert sich der Bund erstmals gegenüber Menschen mit unklarer Bleibeperspektive, wenn auch befristet. Die Länder, besonders Hamburg, haben hier schon seit längerer Zeit Programme aufgelegt“, erläutert Heike Kölln-Prisner, in der Hamburger Volkshochschule verantwortlich für Projekte. Sind darüber hinaus Plätze frei, können auch Asylbewerberinnen und -bewerber mit guter Bleibeperspektive einen Erstorientierungskurs besuchen, vorausgesetzt die Teilnahme an einem Integrationskurs ist (noch) nicht möglich.

© Pascal Treichler – Pixabay

Die Kurse behandeln in 300 Unterrichtseinheiten Themen wie Gesundheit, Mobilität, Einkauf oder Sitten und Gebräuche sowie Regeln des Zusammenlebens in Deutschland. Jeder Kurs hat 25 Unterrichtseinheiten pro Woche, dauert also drei Monate und läuft mit 12-20 Teilnehmenden. Die Veranstaltungen finden direkt in den Flüchtlingsunterkünften statt oder – wenn dort keine Räume vorhanden sind – in nahe gelegenen Unterrichtsräumen der beteiligten Träger. Die Teilnehmenden werden mit Hilfe der Sozialmanager oder über die Unterkunftsleitungen gesucht und ausgewählt.

Diese Alltagsnähe kommt bei den Teilnehmenden gut an, das zeigt auch eine Evaluierung der Kurse, die in der Modellphase von den Johannitern umgesetzt wurden. Darin gaben nahezu alle Befragten an, dass die Kurse für ihr Leben in Deutschland relevant seien und sie viel Neues lernten. In der Untersuchung wurde auch deutlich: Je mehr Module zu unterschiedlichen Themen besucht wurden, desto besser konnten sich die Teilnehmenden in ihrem Umfeld orientieren.

Das Konzept

© Pexels – Pixabay

Die Kurse basieren auf dem Konzept „Erstorientierung und Deutsch lernen für Asylbewerber“, das das BAMF in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration entwickelt hat. Die elf Module sind ganz an den Bedürfnissen von Flüchtlingen ausgerichtet und beschäftigten sich mit Themen, die für ihren Alltag relevant sind. Die Kurse bestehen aus verschiedenen Modulen, die von der Lehrkraft je nach Interessen und Wünschen der freiwilligen Teilnehmenden ausgewählt werden. Das Modul „Werte und Zusammenleben“ ist dabei verpflichtend. Hier lernen die Teilnehmenden u.a., welche Grundwerte das Leben in Deutschland bestimmen und wie sich diese im Alltag gestalten.

© kc0uvb

Folgende Themen werden behandelt:

  • Werte und Zusammenleben (Pflichtmodul)
  • Alltag in Deutschland
  • Arbeit
  • Einkaufen
  • Gesundheit/Medizinische Versorgung
  • Kindergarten/Schule
  • Mediennutzung in Deutschland
  • Orientierung vor Ort/Verkehr/Mobilität
  • Sitten und Gebräuche in Deutschland/Lokale Besonderheiten
  • Sprechen über sich und andere Personen/Soziale Kontakte
  • Wohnen

© jarmoluk – Pixabay

Ergänzt wird der Unterricht durch Exkursionen, zum Beispiel zu Behörden, in eine Bibliothek oder zum Markt. Diese Exkursionen helfen zusätzlich, sich in der neuen Umgebung zu orientieren und das Gelernte gleich in der Praxis umzusetzen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an
Jan Karadas: j.karadas@vhs-hamburg.de

Die Evaluierung der Kurse der Johanniter in der Modellphase finden Sie hier:
Johanniter: Evaluierung Erstorientierungskurse

(sar)

Für die Volkshochschule Hamburg schreiben mehrere Autorinnen und Autoren.
Hier finden Sie Infos über uns und die einzelnen Autoren.
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